Von Katharina Reisch

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Systemisches Teamcoaching 2026/27

Gruppendynamik ist wie das Wetter – sie findet immer statt!

Vor wenigen Wochen fand das 3. Modul unserer offenen Ausbildung „Systemisches Teamcoaching“ zum Thema „Teamdynamiken erleben und gestalten“ statt.


Team- und Gruppendynamiken hat jede:r von uns bereits erlebt – in der Familie, in der Schule, im Freundeskreis, während der Ausbildung und natürlich im Berufsleben. Wie wir heute mit Herausforderungen in Teams umgehen, wird maßgeblich durch diese biografischen Erfahrungen geprägt. Aus ihnen entstehen sowohl individuelle Ressourcen als auch Einschränkungen, beispielsweise im Hinblick auf:

das Erleben von Zugehörigkeit​

die Regulation von Nähe und Distanz​

den Umgang mit Hierarchie und Machtunterschieden

die Anpassung an Normen und Regeln oder

den Umgang mit Gleichheit und Ungleichheit (z.B. Geschlechterdifferenzen).

Diese Erfahrungen bilden die Hintergrundfolie, vor der wir in Gruppen fühlen, denken und handeln. Als innere Umwelten beeinflussen sie die Dynamiken eines Teams – häufig stärker, als die eigentliche Sache vermuten lässt.

Gleichzeitig entwickelt jedes Team eigene gruppendynamische Prozesse. Diese lassen sich weder einfach „wegstrukturieren“ noch durch gute Organisation vollständig kontrollieren. Hinzu kommt die äußere Umwelt: Organisationale Erwartungen, Rahmenbedingungen und Kontexte wirken kontinuierlich auf die Teamdynamik ein.

Wie kann man als Teamcoach oder Führungskraft etwas beobachten, verstehen und beeinflussen, das aus solch komplexen Wechselwirkungen entsteht, unauflösbare Spannungen und Konflikte hervorbringt und sich letztlich jeder Kontrolle entzieht?

Mit genau dieser Gretchenfrage durchliefen die Teilnehmenden ein mehrstufiges gruppendynamisches Labor, bei dem sie selbst erleben konnten, welche selbstorganisierenden kommunikativen Prozesse ihr Team entlang einer vorgegebenen Aufgabe entwickelte und wie aus autonomer Selbstorganisation (Autopoiese) schrittweise Selbststeuerung im Sinne kollektiver Kompetenz entstehen kann.

Die wichtigsten Zutaten?

1. Gemeinsame Selbstbeobachtung
2. Kollektive Reflexion und Aushandlung
3. Entscheidung und bewusste Gestaltung

Und genau hier setzen wir als systemische Teamcoaches an – nicht an 10-Punkte-Plänen für Top-Teams, Teambuilding-Maßnahmen oder einzelnen „schwarzen Schafen“.

Für die Gestaltung passender Interventionen lernten die Teilnehmenden verschiedene Prozess- und Denkwerkzeuge kennen (z.B. Leitprozesse der Teamdynamik, Gruppendynamischer Raum, Drama-Dreieck, Role-Lock oder die kreative Arbeit mit Systembeschreibungen und Metaphern).

Und dennoch wurde in diesem Modul eines besonders deutlich: Der Teamcoach selbst ist die wichtigste Intervention. Denn wirksame Prozessbegleitung setzt mit Gruppen die Fähigkeit voraus, Unsicherheit auszuhalten, Beziehungen bewusst zu gestalten, Muster wahrzunehmen und im richtigen Moment Interventionen zu setzen, die neue Perspektiven eröffnen – und uns nicht selten selbst in ihrer Wirkung überraschen 😊

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